Drensteinfurter Bürgerinitiative für den Erhalt der Stauanlage  in Drensteinfurt
 

Eine moderne auf neuesten Wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Fischtreppe ist die Lösung.

In der Ausgabe der Westfälischen Nachrichten vom 23.01.2024 war ein Zeitungsartikel zu lesen, mit dem Titel :


"Reicht schon eine neue Fischtreppe?"


Der Verfasser hat zunächst völlig richtig festgestellt, dass sich die jetzige Fischtreppe in einem völlig  desolaten Zustand befindet.  Dieser Zustand ist übrigens nicht neu, sondern schon im Jahre 2016  vom Angelverein Wersetal 80 e.V.  kritisiert und beanstandet worden. Die Durchgängigkeit für Fische lag natürlich im besonderen Interesse des Vereins. Wegen dieses Sachverhaltes fand am 06.10.2016 um 16:00 Uhr ein Termin an der Fischtreppe statt,  bei dem folgende Personen zugegen waren: Herr Rehrs und Herr Kortenbrehr vom Kreis Warendorf, Herr Kranke vom LFV  Münster, Herr Rohde und Herr Moddik vom Wasser- und Bodenverband  Drensteinfurt. Bereits damals waren sich alle Beteiligten darüber einig, dass eine Funktionsfähigkeit der Treppe nicht gegeben sei. In einer einstündigen Debatte  konnten die Beteiligten  sich nicht darüber einigen, wer für die Wiederherstellung  der Fischtreppe nach der  Wasserrahmenrichtlinie. zuständig sei. Insbesondere lehnten Herr Rohde und Herr Moddik jegliche Zuständigkeit und jegliche Verantwortung für den  Zustand  ab. Am Ende des Treffens kündigte  Herr Rehrs an, die Zuständigkeit von der Rechtsabteilung prüfen zu lassen und notfalls das Verwaltungsgericht  um eine Entscheidung zu bitten. 

Wir wissen nicht, was anschließend passiert ist und ob es tatsächlich eine gerichtliche Entscheidung gegeben hat. Interessant ist jedoch , dass sich seit der Erbauung der Fischtreppe offensichtlich niemand für zuständig gehalten hat  und sich  keiner um die Unterhaltung der Fischtreppe gekümmert hat,  obwohl das Problem seit Jahren bekannt war. Der desolate Zustand ist dadurch erklärlich. Er beruhte auf Kompetenzstreitigkeiten in der öffentliche Verwaltung. Ungeachtet dessen dürfte infolge dieser Unterlassungen die jetzige Fischtreppe aber auch nicht mehr den Anforderungen genügen, die an eine moderne  Anlage gestellt wird. 

Eine neue Fischtreppe ist die Lösung, um einen rechtskonformen und ökologisch sinnvollen Zustand herzustellen. Aber das von der Stadt Drensteinfurt mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro arbeitet offensichtlich nicht problemorientiert sondern ausschließlich zielorientiert mit dem Ziel, eine Planung zu erstellen, bei  die Entfernung der Stauanlage das Ziel ist, koste es, was es wolle. Das Büro folgt dabei dem Aufruf des Bürgermeisters, der im Verlauf der Bürgerinformation in der Dreingauhalle wiederholt die Parole verbreitet hat:" Das Wehr muss weg." Dabei  ist es unrichtig,  wenn behauptet wird, die obere Wasserbehörde Münster würde einen Förderantrag mit anderem Inhalt  nicht unterstützen können. Das Gegenteil ist der Fall. Sie sehen hier die zur Durchführung gelangte Planung der Stadt Münster am Stauwehr Havichhorster Mühle.  Diese wurde mit 80% gefördert.  


Das Wehr ist geblieben und  und eine Wasserführung über Fischtreppen und Minimäander zur Durchgängigkeit  für Fische und  Mikroorganismen  wurde ebenfalls erreicht. Wenn das beauftragte Planungsbüro so etwas nicht hinbekommt,   ist es an der Zeit, sich bei den Münsteraner Planern um einen Termin zu kümmern. 

Die Umgehung dürfte in Drensteinfurt ohne Probleme über den Abfluss der Schlossgräfte  dargestellt werden,  Gesetzeskonformität wäre erreicht und eine ökologische Lösung gefunden,  ohne dass eine Absenkung der Werse  das Grundwasser mit erheblichem, unverantwortlichen Schadenspotenzial absenkt.

Auch das letzte Argument gegen eine Fischtreppe ist so nicht richtig. Es wird behauptet, die meisten Fische würden die Fischtreppe nicht beim Aufstieg erreichen, weil sie nicht rechtzeitig in den Nebenarm abbiegen. Zum einen legen Fische im Laufe ihres Lebens rd. 10.000 KM zurück, und da wird es ihnen sicherlich nichts ausmachen,  100 Meter zurückzuschwimmen, wenn sie am Wehr nicht weiterkommen. Des weiteren gibt es  die Möglichkeit, den Weg der Fische über Lock- oder Leitströmungen zu steuern. Auch das müsste einem Ingenieurbüro, welches sich mit Renaturierungsmaßnahmen professionell beschäftigt, bekannt sein.