Vortrag Frau Professorin Dr. Hannelore Küper:
Erhalt der Stauanlage als Hochwasser- und Naturschutz vom 17.01.2024
Zu unserem Thema gibt es viel zu sagen: rechtliche, technische, ökologische, finanzielle, kulturhistorische und politische Aspekte. Wir haben uns für heute einen Themenschwerpunkt überlegt, der eher die technische und ökologische Seite betrachten soll. Wir werden im Punkt "Berichte" auch andere Ebenen ansprechen und wollen bei den nächsten Treffen diese anderen Aspekte weiter vertiefen.
Dieses ist die Variante 11, die die Stadt und der WBV favorisieren und am 9.11.2023 vorgestellt haben. Hier soll die Stauanlage vollständig abgebaut und das jetzige Wersebett vollständig verändert werden auf einer Länge, von ca. 2 km zwischen den beiden Brücken der Bundesstraße. Diese Planung erhöht weder den Naturschutz noch den für die Stadt erforderlichen Hochwasserschutz. Im Gegenteil: Sie zerstört gewachsene Landschaft, Kulturgut und Eigentum, und erhöht auch langfristig die Risiken. Sie nimmt uns durch den geplanten Abbau der Stauanlage die einzige Möglichkeit, Hochwasser zu regulieren. Die vorgesehene Schlängelung des Flusses (Mäander) wird, so befürchten wir, nicht einmal den jetzigen Hochwasserschutz gewährleisten, in Dürreperioden austrocknen und dann die Flora/Fauna gefährden. Unter der Sendenhorster Brücke ist ein Gewässertrennungsbauwerk geplant, für das die Brücke nicht gebaut ist. Der Bypass zur Bewässerung der Schlossgräfte wird die Bewässerung zumindest in Dürrezeiten nicht sicherstellen. Die beidseitige ebenso wenig naturnahe Verspundung des Mäanders ist weder schön noch ökologisch. Sie verbaut riesige Mengen an Stahl, dessen Einrammung die Fundamente der Häuser erschüttern wird. Die nicht vermeidbare Absenkung der Werse um mehr als 3 Meter wird ebenfalls die Fundamente der anliegenden Wohnviertel und alle Grünanlagen einschl. der des Schlosses gefährden. Für dieses Projekt der Variante 11 sprechen weder rechtliche, noch technische, noch ökologische oder finanzielle Aspekte. Es ist einzig und allein eine politische Entscheidung, die zurückgenommen werden muss, noch bevor es zu spät ist. Wir werden uns heute den technischen und ökologischen Aspekten widmen und die rechtliche und finanzielle Seite an den folgenden Treffen vertiefen.
Hochwasser in Drensteinfurt, Januar 2024, Sendenhorster Str.
Hier ein Bild der Brücke an der Sendenhorster Strasse. Hier kann man deutlich sehen, dass der gesamte Brückenquerschnitt für Hochwasser gebraucht wird, denn sie ist für HQ100 korrekt berechnet. Das geplante Trennungsbauwerk hat hier gar keinen Platz. Der Brückenquerschnitt reicht dafür nicht aus. Die Brücke müsste dafür erneuert werden. Auch die Fundamente der jetzigen Brücke sind durch Absenkung des Grundwasserspiegels gefährdet.
Hochwasser Drensteinfurt Januar 2024 am Erlebach
Hier sieht man die Erlebachbrücke an der Sendenhorster Strasse. Der weiße Träger unterhalb der Brücke wird gerade eben noch unterspült. Schon bei geringfügig mehr Wasser würde ein Stau entstehen. Wir hatten noch kein HQ100.
Hochwasser Ahlen 2023/24
Mit großer Sorge betrachten hier die Einsatzkräfte in Ahlen die Stauwehrbrücke, die durch das Wasser fast erreicht ist und dass, obwohl Ahlen angeblich so viel weiter ist als wir und angeblich funktionierende Mäander hat.
In Ahlen musste dann zur Entlastung des Wehres sogar die Fischtreppe zerstört werden, um der Wassermassen Herr zu werden, während wir in Drensteinfurt keine Probleme hatten, dank unserer 50 Jahre alten Stauanlage.
Hochwasser in Drensteinfurt vor dem Bau der Stauanlage (Gaststätte Breemühle)
Und wenn Sie noch mal sehen möchten, wie es in Drensteinfurt bei Hochwasser aussah, bevor die Stauanlage gebaut wurde, hier ein kleiner Eindruck. Seit 50 Jahren haben wir keine Probleme mehr mit Hochwasser und das soll auch so bleiben.
Das Wehr hat sich beWEHRt